Anfang März: Kaum schauen die Krokusse aus dem Rase, kaum blüht die Scilla auf dem Berg, da erwachen die Schwarzen Bären und ihre Freunde aus ihrem Winterschlaf.
CQ 160m SSB WW DX-Contest Daria, Dj6DP berichtet: „Ende Februar 2026: Bei ungewohnt frühlingshaften Temperaturen steht der CQ160 SSB Contest an, für mich immer eins der jährlichen Highlights. Während die H48-Contesttruppe das Ham Camp nahe Bremen aktiviert hat, bringe ich vom Lindener Berg das Rufzeichen DL0TY in die Luft. „Dank des schönen Wetters sind die Solarbatterien der Station reichlich gefüllt und es reicht aus, die Gasheizung mal zwischendurch für eine halbe Stunde zu zünden. Das hatten wir auch schon anders – ich erinnere mich an Contestaktivität bei -10°, was ganz andere Herausforderungen an Mensch und Material mit sich bringt. Am ersten Abend kamen gleich 75 Stationen ins Log, am zweiten hingegen waren die Bedingungen merklich schlechter – was auch von DJ1WF und DR2T bestätigt wurde. Schade, denn ich hatte bereits gehofft, meinen persönlichen „Highscore“ aus 2013 endlich zu schlagen und vielleicht sogar Nordamerika zu arbeiten, daraus wurde leider nichts. Dennoch kam ich am Ende immerhin auf 139 QSOs mit einem Claimed Score von 16124. Dank der guten Antenne auf dem Berg kam ich mit den 100W aus meinem mittlerweile etwas betagten IC-728 gut hin, mehr Leistung hätte vermutlich kaum zusätzliche Verbindungen ins Log gebracht. Als Herausforderungen erwiesen sich zum einen dass sich die Antenne in den obersten 40kHz des Bandes nicht optimal abstimmen ließ, denn auch ein geringfügig schlechteres SWR entscheidet erfahrungsgemäß oft zwischen QSO oder keinem QSO. Zum anderen, dass auf dem Band das übliche Durcheinander herrschte, wo ein modernerer Transceiver mit DSP und einstellbarem Passband hilfreich gewesen wäre. So musste einmal mehr das signal processing zwischen den Ohren genügen. Gleichzeitig ist es aber auch eine schöne Herausforderung, wenn die Technik einem nicht alles abnimmt.
DL0TY 160mDaria in AktionDer Bärenfunk-Bär freut sich…
Auch 2027 hoffe ich wieder am Start zu sein. Mögliche Verbesserungen bis dahin sind einerseits etwas Processing auf der NF-Seite für eine durchdringendere Modulation, andererseits ein Software-Papagei um die Stimme zu schonen wenn ich von „running“ zu „calling“ wechsle – immer vorausgesetzt, es findet sich eine freie Frequenz.“ Soweit der Bericht von Daria.
Aktiv von DR2T aus Ein etwas größeres Team (Tom, DL9OBD, Kai, DO9KAS, Ingo, DC1AP, Eugen, DL5UHR, Roland, DF1OE) besetzten im HamCamp die Station DR2T, erprobten neue Sende-/Empfangsantennen und unterstützten Tom, der in der Klasse Low Power Assisted (100 W) sein bisherigen Bestergebnis übertreffen wollte.
Tom, DL9OBD neben der Groundplane für 160m
Und natürlich waren alle gespannt darauf, wie sich die Fullsize-Groundplane für 160 Meter im Contest machen würde. Auch Wilfried, DJ1WF und Erik, DJ7OQ brachten ihre Stationen auf 160 Meter in die Luft. Die Bedingungen waren für alle leider eher schlecht, Kontakte über den Atlantik waren an beiden Tagen eher selten bzw. nicht möglich. Das Band öffnete jeweils gegen 5:30 Morgens für eine knappe Stunde zu den USA. Im Jahr 2025 waren die USA ab ca. 2:30 bis zum hell werden zu arbeiten. Auf die Ergebnisse in diesem Jahr müssen wir noch ein wenig warten.
Soweit zum CQ 160m SSB DX Contest
MeshCore
Auch bei DL0TVH und DL0TY wurde ein wenig gewerkelt: Dort befinden sich jetzt zwei MeshCore-Repeater (869,618 MHz, TX 22dBm, 5W Solarpanel – ( Kein Amateurfunk! 😉 ) im Einsatz, die über das MeshCore-Netz den Austausch von Nachrichten ermöglicht, auch wenn mal das Internet ausgefallen sein sollte. Betreut werden diese vom Verein Amateurfunk Region Hannover e.V. gespendeten Repeater von Axel, DG1OBD, Julian, DJ3JD und Roland, DF1OE).
UKW-Contest Peter, DL4LAM lies sich in die Gegebenheiten des Containers einweisen – für ihn stand der UKW-Contest an diesem Wochenende im Vordergrund. Doch lest selbst, was Peter berichtet: „Nach der Einweisung bei DL0TY durch Roland, DF1OE, am 6.März 2026, bei schönstem Frühlingswetter, sollte beim VHF Contest auf 2 m am 7.März auf 2 m ein paar Stunden Funkbetrieb stattfinden. Der IC 705 kann 2 m und die alte Beko HLV 160 wurde mal wieder „entstaubt“. Auf dem Lindener Berg steht eine 11 Element Flexa zur Verfügung. Pom, DG7AC, hatte beim OV Abend ein paar gute Hinweise gegeben, das weckte Interesse. Tom, DL9OBD, hatte die Stromversorgung im Container mit neue Batterie ausgestattet, so dass der mitgebrachte Generator nicht erforderlich war. Danke für die Unterstützung Am Samstag wurde das mitgebrachte Equipment getestet und der Funkplatz eingerichtet.
Das Setup von DL4LAM
Erst im Betrieb stellt man fest, was zu optimieren ist und der „Drahtverhau“ kann in Zukunft optimiert werden. Die Erkenntnisse können in Zukunft genutzt werden, um den Betrieb weiter zu verbessern. DX Log als Loggingsoftware sowie Clusterunterstützung (Hotspot Mobiltelefon) kamen zum Einsatz. Auch die Morsetaste kam zum Einsatz. Die Endstufe kann den 2 m Vorverstärker mit Sequenzer steuern. Die Sonne hat die Batterie bei DL0TY gut geladen, so dass die Endstufe immer wieder wegen hoher Spannung abschaltete. Die mitgebrachte 50 Ah LiFePO4 Batterie mit niedrigerer Spannung konnte dann zum Betrieb mit ca. 90 W in SSB zuverlässig sorgen. Auf dem 2 m Band ist viel „manmade noise“ zu hören, dennoch ging es in Richtung Osten, Westen und Süden recht gut. OE, F, ON, PA, OK, OL, OM wurden erreicht. Aus Richtung Norden wurde nur kurz eine SC7 Station mit gutem Signal beobachtet. ODX war G2D in JN01JA mit 632 km. Zu OM5ZW imt ca. 750 km Entfernung hat es nicht gereicht. Auch SP9 wurde gut gehört, aber konnte nicht erreicht werden. Aber einige Verbindungen über 500 km konnten sicher abgewickelt werden. Sogar auf CQ Ruf in CW kamen Stationen zurück, so dass in Zukunft mehr RUN als S&P gemacht werden sollte. In 3 h Betrieb kamen 44 Qsos ins Log. Während des Betriebs waren Stimmen vor dem Container zu hören. Ein Ehepaar stand vor der Tür und interessierte sich für die Anlage. So konnte noch etwas Öffentlichkeitsarbeit für den Amateurfunk gemacht werden.
Fazit: Die Endstufe muss überprüft/repariert werden, denn oft schaltete die Endstufe mit Protect wegen hoher Spannung oder in CW bei 8 W Steuerleistung ab. Es gibt immer etwas zu verbessern, so wird es nicht langweilig. Um 19.00 Uhr war Schluß. Abbau der Technik und Antennen einfahren (siehe Bild). Fazit: Es hat Spaß gemacht und im Mai und Juli ist wieder 2 m Contestzeit, so dass eine Wiederholung wahrscheinlich ist. Es war schön, dass ich die Möglichkeit hatte, auf 2 m etwas Betrieb zu machen. „
Hier werden 200 kW Sendeleistung in CW getastet. Nein, es kein Fehler in der Angabe der Leistung… Ein besonderes Weihnachtsgeschenk war für mich der Besuch des Längstwellensenders in Grimeton am 24.12.2025. Jeweils am Morgen des 24.12. wird von SAQ eine Weihnachtsbotschaft ausgestrahlt. Im Morgengrauen fanden sich um ca. 100 Mitglieder der Alexanderson Association und Förderer in der Maschinenhalle, um live dabei zu sein. Einige Tage zuvor hatte das SAQ-Team noch den Start der Anlage getestet, der Test musste aber abgebrochen werden, da technische Probleme auftauchten. So war die Spannung groß, ob der Sender anlaufen und auch seiner Sollfrequenz von 17.2 kHz einschwingen würde. Den historischen, mehr als 100 Jahre alten Maschinensender im Betrieb zu erleben ist eine einzigartige Erfahrung. Mit dem Smartphone in der Hosentasche wird schlagartig deutlich, welchen rasanten Fortschritt wir in der Funktechnik in den letzten 100 Jahren erlebt haben.
Die Schalttafel des Senders.Spannende Erläuterungen für die ZuhörerDie Schwingkreise werden zwischen den Zeichen verstimmt…Die HF-Durchleitung nach aussen..Funkarbeitsplatz. Ach… ein Icom… 😉Der Attenuator. Der Gang mit den Relais – auch den Tastrelais aus dem Video oben.Die Weihnachtsbotschaft
Stand der Technik vor mehr ale 100 Jahren waren Längstwellensender, die Morsetelegrafie durch An/Aus des im VLF-Bereich abstrahlten Signals erzeugten. Das Ganze war also schon damals ein digitales Verfahren – das schon nach wenigen Jahren durch die Kurzwellentechnik, und Aussendungen in AM und SSB abgelöst wurde. Die großen Längstwellensender wurden schon bald wieder abgebaut – so auch der bei uns in der Region in Eilvese befindliche. Grimeton Radio ist der letzte erhaltene und betriebfähige Sender dieser Art weltweit – ein Weltkulturerbe. Und digitale Übertragungsverfahren, die einen Binärcode (An/Aus) verwenden? Sie haben sich in vielfältige Formen weiterenwickelt – auf Kurzwelle über Radiotelegrafie (RTTY) und Bildaustausch (SSTV) hin zu FT4, FT8, WSPR, FreeDV und vielem mehr. Neben FM als Betriebsart splitterte sich der Relaisfunk in D-STAR, C4FM, DMR, Tetra und noch andere Möglichkeiten des Digitalfunks auf. Bei den Relais haben wir in der Region Hannover sogar die glückliche Situation, dass es für fast alle digitale Übertragungsverfahren ein entsprechendes Relais gibt. Amateurfunk bietet fast unendlich viele Möglichkeiten sich mit aktueller Funktechnik, digitalen Übertragungsverfahren und Computertechnik auseinanderzusetzen, wie kein anderes Hobby. Auch dadurch ist es fast unmöglich geworden, auf allen Gebieten des Amateurfunks heute „up to date“ zu sein – ganz zu Schweigen vom Selbstbau auf all diesen Gebieten. Man kann vom benachbarten Funkkollegen auf dem OV-Abend oder während eines Fielddays viel für einen selbst Neues erfahren oder einfach Anregungen für die eigene Funkpraxis mitnehmen. Wesentlich dabei ist, das wir im Austausch untereinander bleiben – in Resonanz bleiben im Sinne der Weihnachtsbotschaft von Grimeton Radio. Und da wären wir wieder in Schweden. Das Getöse in derf Halle ist gewaltig, wenn alle Pumpen, Luftkühlung, Wasserkühlung und der Generator angelaufen sind.
Da ist es heute schon etwas ruhiger im Shack. Fazit meiner Weihnachtstour zu Grimeton Radio: Es lohnt sich auf alle Fälle der Station zu Betriebszeiten einen Besuch abzustatten und die gewaltige Anlage im Betrieb zu erleben. Und wenn das nicht klappt: Ein einfacher VLF-Empfänger/Konverter reicht, wie Wilfried, DJ1WF in seinem kurzen Video gezeigt hat:
Mehr Informationen zu Grimeton Radio findest Du unter untenstehenden Links. Dort Hier sind auch die Öffnungszeiten der Sation zui finden.
„…wenn Menschen auf der selben Frequenz schwingen, entsteht eine bessere Welt.“ so lautet ein optimistischer Satz aus der diesjährigen Weihnachtsbotschaft des historischen Längstwellensenders SAQ in Schweden, die am Morgen des 24.12.2025 auf 17.2 kHz abgestrahlt wurde. Und wenn man in der Maschinenhalle dieses Senders steht, dann wird deutlich, welche rasante Entwicklung auf dem Gebiet Funk in den letzten 100 Jahren stattfand. Der Sender des jetzigen Weltkulturerbes in Grimenton wurde 1923 gebaut und 1924 erstmalig in Betrieb gesetzt. Der damalige Stand der Funktechnik auf Längstwelle war bereits 20 Jahre später überholt un dieser rasante Fortschritt hält bis heute weiter an. Die Funkaussendungen des Längstwellensenders fanden und finden digital statt: Die Sendeleistung von 200 kW wurde in Morsetelegraphie ein/aus getastet. „In Grimeton wird nun bei nicht-gedrückter Morsetaste die Abstimmung dieses Schwingkreises in der Schaltanlage (C) gestört und damit ein Aussenden unterdrückt. Damit gelingt es, mit einer kleinen Leistung (3 kW Gleichstrom) eine Wechselstromleistung von 200 kW zu beeinflussen. „, so Wikipedia. Digitale Betriebsarten und Übertragungsverfahren sind aus der heutigen Funkwelt nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen es uns im Rauschen kaum wahrnehmbare Signale zur Übertragung von Informationen zu verwenden oder auch die unterschiedlichsten Übertagungsmedien und -spielarten miteinander zu verbinden. Und auch der „letzte Schrei“ im Amateurfunk – Mesh – verwendet ein digitales Übertragungsverfahren. Diese rasante Entwicklung unseres Mediums Funk hat zu vielen Spielarten des Amateurfunks geführt und auch zu den unterschiedlichsten digitalen Modi – seien es FT8, FT4, RTTY oder bei den Relais DMR, D-Star, C4FM, Tetra und viele andere mehr. Leider haben sich dadurch auch Inseln, eigene „Blasen“ gebildet, die oft nur wenig miteinander zu tun haben wollen. In den kommenden Jahren wird es eine unserer wesentlichen Aufgaben sein, diese Vielfalt an Möglichkeiten ohne Wertung der einzelnen Betriebsart oder technischen Disziplin in Hannover und in der Region zum schwingen zu bringen und dabei in gutem Kontakt zu sein. Viele Grüße aus Schweden und allen angeschlossenen Funkhäusern ein friedvolles Weihnachtsfest einen guten Start in das Jahr 2026 und viel Spaß mit Funk und Digitalfunk. Roland, DF1OE