Besuch in Grimeton

Hier werden 200 kW Sendeleistung in CW getastet. Nein, es kein Fehler in der Angabe der Leistung…
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk war für mich der Besuch des Längstwellensenders in Grimeton am 24.12.2025. Jeweils am Morgen des 24.12. wird von SAQ eine Weihnachtsbotschaft ausgestrahlt. Im Morgengrauen fanden sich um ca. 100 Mitglieder der Alexanderson Association und Förderer in der Maschinenhalle, um live dabei zu sein. Einige Tage zuvor hatte das SAQ-Team noch den Start der Anlage getestet, der Test musste aber abgebrochen werden, da technische Probleme auftauchten. So war die Spannung groß, ob der Sender anlaufen und auch seiner Sollfrequenz von 17.2 kHz einschwingen würde.
Den historischen, mehr als 100 Jahre alten Maschinensender im Betrieb zu erleben ist eine einzigartige Erfahrung. Mit dem Smartphone in der Hosentasche wird schlagartig deutlich, welchen rasanten Fortschritt wir in der Funktechnik in den letzten 100 Jahren erlebt haben.

Stand der Technik vor mehr ale 100 Jahren waren Längstwellensender, die Morsetelegrafie durch An/Aus des im VLF-Bereich abstrahlten Signals erzeugten. Das Ganze war also schon damals ein digitales Verfahren – das schon nach wenigen Jahren durch die Kurzwellentechnik, und Aussendungen in AM und SSB abgelöst wurde. Die großen Längstwellensender wurden schon bald wieder abgebaut – so auch der bei uns in der Region in Eilvese befindliche.
Grimeton Radio ist der letzte erhaltene und betriebfähige Sender dieser Art weltweit – ein Weltkulturerbe.
Und digitale Übertragungsverfahren, die einen Binärcode (An/Aus) verwenden? Sie haben sich in vielfältige Formen weiterenwickelt – auf Kurzwelle über Radiotelegrafie (RTTY) und Bildaustausch (SSTV) hin zu FT4, FT8, WSPR, FreeDV und vielem mehr. Neben FM als Betriebsart splitterte sich der Relaisfunk in D-STAR, C4FM, DMR, Tetra und noch andere Möglichkeiten des Digitalfunks auf.
Bei den Relais haben wir in der Region Hannover sogar die glückliche Situation, dass es für fast alle digitale Übertragungsverfahren ein entsprechendes Relais gibt.
Amateurfunk bietet fast unendlich viele Möglichkeiten sich mit aktueller Funktechnik, digitalen Übertragungsverfahren und Computertechnik auseinanderzusetzen, wie kein anderes Hobby. Auch dadurch ist es fast unmöglich geworden, auf allen Gebieten des Amateurfunks heute „up to date“ zu sein – ganz zu Schweigen vom Selbstbau auf all diesen Gebieten. Man kann vom benachbarten Funkkollegen auf dem OV-Abend oder während eines Fielddays viel für einen selbst Neues erfahren oder einfach Anregungen für die eigene Funkpraxis mitnehmen. Wesentlich dabei ist, das wir im Austausch untereinander bleiben – in Resonanz bleiben im Sinne der Weihnachtsbotschaft von Grimeton Radio.
Und da wären wir wieder in Schweden. Das Getöse in derf Halle ist gewaltig, wenn alle Pumpen, Luftkühlung, Wasserkühlung und der Generator angelaufen sind.

Da ist es heute schon etwas ruhiger im Shack.
Fazit meiner Weihnachtstour zu Grimeton Radio: Es lohnt sich auf alle Fälle der Station zu Betriebszeiten einen Besuch abzustatten und die gewaltige Anlage im Betrieb zu erleben. Und wenn das nicht klappt: Ein einfacher VLF-Empfänger/Konverter reicht, wie Wilfried, DJ1WF in seinem kurzen Video gezeigt hat:

Mehr Informationen zu Grimeton Radio findest Du unter untenstehenden Links. Dort Hier sind auch die Öffnungszeiten der Sation zui finden.

https://alexander.n.se/‘

https://grimeton.org/en/

Frohe Weihnachten!

„…wenn Menschen auf der selben Frequenz schwingen, entsteht eine bessere Welt.“ so lautet ein optimistischer Satz aus der diesjährigen Weihnachtsbotschaft des historischen Längstwellensenders SAQ in Schweden, die am Morgen des 24.12.2025 auf 17.2 kHz abgestrahlt wurde.
Und wenn man in der Maschinenhalle dieses Senders steht, dann wird deutlich, welche rasante Entwicklung auf dem Gebiet Funk in den letzten 100 Jahren stattfand. Der Sender des jetzigen Weltkulturerbes in Grimenton wurde 1923 gebaut und 1924 erstmalig in Betrieb gesetzt. Der damalige Stand der Funktechnik auf Längstwelle war bereits 20 Jahre später überholt un dieser rasante Fortschritt hält bis heute weiter an.
Die Funkaussendungen des Längstwellensenders fanden und finden digital statt: Die Sendeleistung von 200 kW wurde in Morsetelegraphie ein/aus getastet. „In Grimeton wird nun bei nicht-gedrückter Morsetaste die Abstimmung dieses Schwingkreises in der Schaltanlage (C) gestört und damit ein Aussenden unterdrückt. Damit gelingt es, mit einer kleinen Leistung (3 kW Gleichstrom) eine Wechselstromleistung von 200 kW zu beeinflussen. „, so Wikipedia.
Digitale Betriebsarten und Übertragungsverfahren sind aus der heutigen Funkwelt nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen es uns im Rauschen kaum wahrnehmbare Signale zur Übertragung von Informationen zu verwenden oder auch die unterschiedlichsten Übertagungsmedien und -spielarten miteinander zu verbinden. Und auch der „letzte Schrei“ im Amateurfunk – Mesh – verwendet ein digitales Übertragungsverfahren.
Diese rasante Entwicklung unseres Mediums Funk hat zu vielen Spielarten des Amateurfunks geführt und auch zu den unterschiedlichsten digitalen Modi – seien es FT8, FT4, RTTY oder bei den Relais DMR, D-Star, C4FM, Tetra und viele andere mehr. Leider haben sich dadurch auch Inseln, eigene „Blasen“ gebildet, die oft nur wenig miteinander zu tun haben wollen.
In den kommenden Jahren wird es eine unserer wesentlichen Aufgaben sein, diese Vielfalt an Möglichkeiten ohne Wertung der einzelnen Betriebsart oder technischen Disziplin in Hannover und in der Region zum schwingen zu bringen und dabei in gutem Kontakt zu sein.
Viele Grüße aus Schweden und allen angeschlossenen Funkhäusern ein friedvolles Weihnachtsfest einen guten Start in das Jahr 2026 und viel Spaß mit Funk und Digitalfunk.
Roland, DF1OE

…und natürlich auch von Kai, DO9KAS!

Informationen zu Grimeton Radio SAQ:

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4ngstwellensender_Grimeton

CQ WW DX CW 2025 – Ein Erfahrungsbericht

Nach langer Zeit habe ich einmal wieder unseren Funkcontainer aktiviert. Ein paar Punkte sollten es werden – kein Stressfunk – mit dem wesentlichen Ziel für den CQ WW DX 160 CW in der Übung zu bleiben. Geschwindigkeiten je nach Gegenstation unterschiedlich von 22 WPM bis 30 WPM, Wechsel zwischen Tastatur und Paddle wenn notwendig, Setup des Rechners, alles sollte zurück vom Langzeitspeicher ins aktuelle Gedächtnis.
Schon beim kurzen Check einige Tage vor dem Contest stellte ich fest, daß der Moppel nicht betriebsbereit war. Das Zugseil zum Anwerfen des Generators war gerissen und das war irgendwie in Vergessenheit geraten.
Also musste mein eigener Moppel an den Start. Auch der war seit mindestens 2 Jahren nicht in Betrieb. Das hiess: Zuhause anwerfen, schauen, ob der anspringt oder das Benzin oder das Öl sich zu einer zähen Plastikmasse vereinigt hatte…
Dann: Die Accus auf dem Berg zeigten kein Lebenszeichen – zwar ging der Wandler noch an, aber die Victrons schalteten die normalen Verbraucher alle ab – zu wenig Spannung.
Schon bei der Wartung des Mastes hatten Stefan und ich festgestellt, daß auch die LED-Beleuchtung ihre Leuchtkraft massiv verloren hatte.
Okay – vieles davon braucht man nicht, wenn der Moppel läuft und der Strom in den Hauptanschluss des Containers eingespeist wird.
Der Contest beginnt um 1:00 Uhr Küchenzeit am Samstagmorgen und läuft dann 48 Stunden. Die QSOs sind recht einfach: Ausgetauscht wird der Rapport (Contest-mäßig immer 599) und die CQ-Zone (DL -> 14). Die Chancen auf eine der TOP Platzierungen sind in der Categorie max 100W, Single Operator assisted mit relativ gering – es gibt zu viele Stationen mit guten Antennen und sehr guter Betriebstechnik. Ferner sollten die Bedingungen über Nacht auch nicht gut sein. Also hatte ich beschlossen, erst am Samstag gegen Mittag in den Contest einzusteigen.
Der Samstag überraschte mit gutem Wetter, also konnten alles Notwendige (Generator, Benzin, K3, Rechner, Netzteil etc.) schnell verladen werden und dann ging es zum Container. Der Stationsaufbau war jetzt schnell gemacht, da die Rahmenbedingungen ja klar waren.

Bevor es aber losgehen sollte hatte ich mich noch mit Niels, DH8ND, dem stv. OVV vom Ortsverband H13 verabredet. Niels möchte einen Mesh-Knoten bei uns aufbauen und es gibt auch beim OV H13 OMs, die vielleicht Interesse an gemeinsamen Aktivitäten haben. Also erfolgte eine Schlüsselübergabe und kurze Einweisung für Niels. Niels wurde noch durch OM Olaf, DH1OME begleitet. (In der Woche nach dem Contest ergaben sich aus einem Gespräch mit Gerd, DB1AI noch weitere Ideen – dazu mehr auf dem OV-Abend.)

Dann konnte es allerdings losgehen. Es machte mal wieder richtig Spass mit einer vernünftigen Antenne zu funken – auch wenn sich im Betrieb leider herausstellte, das die Anpassung der Drahtantenne nicht funktionierte – Grund war ein abgebrochener Stecker für die 12 Volt-Versorgung des Tuners. Also wurde „irgendwie“ mit dem Tuner im K§ angepasst. Ging auch, aber eher mittelmäßig. Irgendwann vor 20:00 Uhr knurrte der Magen und ich machte einen Abstecher zu Vio in die Lindener Bergterassen. Da war eine geschlossene Veranstaltung – ein 70-jähriger Geburtstag wie ich dann erfahren habe – aber ich durfte mich in ein Eckchen setzen und bekam meine Currywurst und ein leckeres Herrenhäuser. Was braucht man mehr?
Dann wieder hoch und bis kurz vor 23:00 gefunkt. Ab nach Hause.

Am Sonntag habe ich dann noch einige Stunden gefunkt – für den Tuner für die Drahtantenne hatte ich noch ein passendes Kabel gefunden – und so ging es auch auf 160-80-40 gut.
Das Ergebnis: es hat Spass gemacht, nach 300 QSOs (ich habe mich auf Multiplikator-Verbindungen beschränkt) habe ich Schluss gemacht und den Container wieder zugeklappt. Übrig bleiben noch ein paar kleinere Reparaturarbeiten…und einige Ideen zum Container.



Die erreichten Präfixe…
Und das „Raw“-Ergebnis